Eine Faust schnellt gen Himmel. Rot, schweißbetropft: „Sieg für Rosalia Skowron!“ Die Fans außerhalb des Rings toben über diesen unverhofften Ausgang. Während das Adrenalin des Kampfes noch durch ihren Körper rauscht, erklärt Rosalia: „Das Boxen ist mein Leben! Ich fühle mich einfach toll!“ und grinst selbstbewusst. Früher konnten das nur „echte“ Kerle behaupten. Heute tun das auch Frauen. Rosalia ist so eine, ein waschechtes Berliner Boxgirl eben. Mädchen und Frauen durch das Boxen Selbstwertgefühl, Stolz und (Durchsetzungs-)Kraft zu vermitteln, ist das Ziel von Dr. Heather Cameron. Selbst Berliner Box Meisterin von 1998 und engagierte Trainerin kämpft sie für dieses Ziel. Durch sie wurden die Boxgirls Berlin und Nairobi ins Leben gerufen. Weitere Camps wie z.B. in Vietnam und Canada sind in Planung. Die Boxgirls zeigen, dass das männerlastige, aggressive Image dieses Sports überholt ist. Sie alle trainieren hart. Rosalia geht dreimal die Woche zum Boxtrainig Sie hat große Ziele. Von diesen Zielen, dem Kampf am 1. Girls Box Cup in Hamburg und ihrer Liebe zu den Boxgirls erzählt sie im Gespräch mit Liza-Melina Drewello. GZB: Rosalia, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg! Wie hast du den Kampf in Hamburg erlebt und war er für dich von besonderer Bedeutung? ROSALIA: Dankeschön! (lacht) Also, für mich sind alle Kämpfe etwas besonderes, weil man sich jedes Mal neu beweisen kann und zeigen kann, wie man sich weiter entwickelt hat. Und im Allgemeinen war das Turnier in Hamburg einfach total schön, es war toll verschiedene Boxerinnen zu sehen und ihre Begeisterung zu diesem Sport mit den Mädchen/Frauen und deren Trainern zu teilen. GZB: Das klingt toll. Dein wievielter Kampf war das denn? ROSALIA: Das war mein 2. Kampf und es werden hoffentlich noch gaaaaaaanz viele folgen!! (lächelt) GZB: Wie hattest du dich auf dieses Wochenende vorbereitet? ROSALIA: Ich hab mich mit 4-wöchigem Boxtraining, mit viel Joggen und Krafttraining auf dieses Wochenende vorbereitet, was sehr anstrengend war, aber mir unglaublich viel spaß gemacht hat =). GZB: Wow, du bist echt total begeistert, dann werden wir dich doch bestimmt bald wieder in den Ring steigen sehen. Steht denn schon ein nächster Kampf an? ROSALIA: Wenn es eine Gegnerin in meiner Gewichtsklasse gibt (bis 60 kg), dann hab ich am 18./19. April einen Kampf in Berlin- am Ostbahnhof, worauf ich mich schon sehr freue. GZB: Da drücke ich dir die Daumen. Beim 1. Girls Box Cup wurdest du auch fleißig unterstützt - einige Fans und andere „Boxgirls“ hatten dich begleitet. Wie war das für dich und die Boxgirls als Team? ROSALIA: Es war total schön, dass so viele aus dem Verein mitgekommen sind, um mich zu unterstützen und anzufeuern. Da merkt man, dass es bei den Boxgirls einen großen Zusammenhalt gibt und sich jeder unterstützt .(grinst) GZB: Die Boxgirls sind also ein richtiges Team, das ist toll! Nun aber zurück zum Beginn deiner Laufbahn als Amateurboxerin- wie bist du überhaupt zum Boxen und zu Boxgirls gekommen? ROSALIA: Ich wollte unbedingt einen guten Ausgleich zum Alltag finden, bei dem ich meine ganze Energie herauslassen kann und da sah ich Boxen als den perfekten Sport. Auf die Boxgirls bin ich durchs Internet gekommen, hab dann beim Probetraining teilgenommen, na ja ,und jetzt sind über 2 Jahre vergangen und es werden hoffentlich noch gaaaaaanz viele Jahre vergehen!! (lacht) GZB: Hat das Boxen dein Leben irgendwie verändert? ROSALIA: Durchs Boxen bin ich viel selbstbewusster geworden, stärker und allgemein viel fitter. Durchs Boxen hab ich einen Sinn in meinem Leben gefunden und hab angefangen meine Freizeit sinnvoll zu nutzen, also mit dem Sport, den ich liebe. (lächelt) GZB: Was ist das besondere für dich an Boxgirls? ROSALIA: Die Boxgirls sind so besonders, weil es uns wichtig ist auch soziale Projekte zu haben wie z.B. ein Projekt mit dem wir bald anfangen "sicher im Kiez". Bei diesem Projekt gehen wir an verschiedene Schulen an denen wir Workshops geben und versuchen verschiedenen Mädchen den Sport näher zu bringen. Und natürlich sind wir noch sooo besonders, weil wir einen Schwesterverein in Nairobi haben, was ich persönlich sehr schön finde, da ich auch schon den Trainer kennen lernen durfte und hoffentlich in naher Zukunft auch die Boxerinnen kennen lernen kann. (grinst) GZB: „Sicher im Kiez“, das klingt nach einem tollen Projekt! Es ist echt toll, dass der Verein sich so engagiert. In deinen Erzählungen wird deine Begeisterung für Boxgirls deutlich. Bist du stolz ein Mitglied von Boxgirls zu sein? ROSALIA: Ja, ich bin sehr stolz ein Mitglied der Boxgirls zu sein, da die Boxgirls einfach einmalig sind! (lacht) GZB: Du hast vorhin gesagt, dass noch viele Jahre bei den Boxgirls folgen sollen. Was sind denn deine Ziele für die Zukunft? ROSALIA: Meine Ziele sind es beim Amateurboxen an vielen verschiedenen Meisterschaften teil zu nehmen und verschiedene Titel zu gewinnen und natürlich auch als Profiboxerin Erfolg zu haben!!!! (lacht). Und auch meine Ausbildung als Sport- und Fitnesskauffrau (Fitnesstrainerin B-Lizenz) zu beenden. (grinst) GZB: Vielen Dank für dieses Gespräch- ich hatte echt Spaß. Jetzt noch zum Abschluss, vervollständige doch bitte diesen Satz: Boxgirls macht mich ….. ROSALIA: Boxgirls macht mich... GLÜCKLICH =) Das Gespräch führte Liza-Melina Drewello für goldene Zeiten Berlin Nähere Infos: www.boxgirls.org
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